Bauprojekt

Die Baustelle

Eine Poliklinik für die Demokratische Föderation Nordsyrien / Rojava

Dies wird der Ort unserer Baustelle sein. Bereits im Mai 2018 hat eine Delegation von uns eine Reise in die demokratische Föderation und zu unserem Bauplatz gemacht. Wir werden im Spätsommer und Herbst 2018 einen ersten Bauabschnitts beginnen. Ziel ist es einen Grundstein für die Poliklinik zu legen und eine Arztpraxis in den überdachten Teil der abgebildeten Baustelle zu errichten. Diese Arztpraxis wird ca. 100 qm Grundfläche haben und das erste Modul der Poliklinik bilden. Die Baurbeiten an der Arztpraxis sollen dieses Jahr durchgeführt werden. Anschließend soll sie bereits nutzbar sein, während später weitere Module der Poliklinik gebaut werden.

Die Bauplanung findet zusammen mit WJAR der Stiftung der freien Frau Rojava statt. Sowohl die Planung als auch die Umsetzung wird als kollektiver Prozess verstanden. Hierzu wird vor Ort dafür geworben, dass sich Menschen an der Baustelle beteiligen. Ein gleichberechtigtes Arbeiten und alltägliches Zusammenleben gemeinsam zu organisieren sind Ziele des Projekts. Wir verneinen die Leistungs- & Profitideologie der kapitalistischen Realität und werden durch einen kollektiven Prozess aufzeigen, dass ein anderes Arbeiten möglich ist.

Ein weiterer Aspekt der Baustelle ist möglichst ökologisch und nachhaltig zu bauen. Es wird der handwerkliche Austausch und das gemeinsame Lernen im Vordergrund stehen.

Das Material – Lehm

Auf den Bildern ist die Lehmsteinproduktion des Frauendorfes Jinwar in der Demokratischen Föderation Nordsyrien/ Rojava zu sehen.

Da die Rohstoffproduktion innerhalb von der Demokratischen Föderation Nordsyrien/ Rojava durch den Krieg und Embargo stark beeinträchtigt ist, werden wir uns an die bei Baubeginn bestehende Verfügbarkeit anpassen.

Die Demokratische Föderation Nordsyrien/ Rojava ist eine Region die von der einen Seite durch Djihadisten und von der anderen Seite durch die feindselige Türkei eingeschlossen ist. Darüber hinaus gibt es einen kurzen Grenzverlauf mit den kurdischen Autonomiegebieten im Irak. Wobei die neoliberal agierende Regionalverwaltung in Başur/Südkurdistan unter KDP/Barzani nur sehr eingeschränkt für den Erwerb von Baustoffen genutzt werden kann.

Gebäudeüberblick

(Bsp. Lehm-Stahl Konstruktion)

Demzufolge richtet sich unser Augenmerk auf den regional verfügbaren Baustoff Lehm. In der Region wird seit Jahrtausenden mit Lehm gebaut und wir wollen diese Bauart aufgreifen ohne den Eindruck erwecken zu wollen “wie vor tausend Jahren” zu bauen. Wir denken, dass Lehm vielseitig einsetzbar ist und nach aktuellen Erkenntnissen, sowie aus ökologischer Sicht, den Anforderungen als modernem Baustoff sehr wohl nachkommt.

Lehm alleine macht kein modernes Gebäude und kann in traditioneller Bauweise oft seine Möglichkeiten nicht voll entfalten. Die Kombination zeitgemäßer Techniken und traditioneller Bauweise, sowie die Umstände vor Ort, werden die Bauweise letztendlich bestimmen. Wir werden  Stahlbeton als tragendes Element in Kombination mit Lehm einsetzen. Für die Umsetzung des Stahlbeton – Lehmbauweise haben wir unterschiedliche Konzepte erarbeitet, welche vor Ort geprüft und weiterentwickelt werden.